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NEB Event Check

Wir waren für Euch mit Stift und Kamera vor Ort, und möchten Euch von unseren Eindrücken berichten.

ROCKHARZ OPEN AIR 2017

Ballenstedt Ostharz 04.07. bis 08.07.2017

Rockharz Open Air 2017 – lud zum Tanz auf der Teufelsmauer

Viele bezeichnen das ROCKHARZ (ROA) immer noch als Geheimtip. Aber ein Festival was 2018 zum 25. Mal stattfindet, ist nun wahrlich kein GeheimTip mehr. Wer lange Wege zur Bühne, so viele Bands wie möglich an einem Ort auf verschiedenen Bühnen gleichzeitig erleben möchte und vielleicht auch mal nicht ins Infield zu kommen, um sich dann den Headliner via Videowall zu geben, der findet dies am Fuße der Teufelsmauer im Ostharz alles NICHT. Zwei wechselseitig bespielte Bühnen, kurze Wege, WC’s im Infield über 50 Bands an 4 Tagen für knapp 100 € inkl. Camping. Das ist mal eine Hausnummer. Sicher gibt es immer was zu verbessern, aber das ROCKHARZ ist ein mit viel Engagement, super durchorganisiertes Familienevent mit einem der besten Line Ups in der Festivalszene. Und meistens bei bestem Wetter! Da tanzt die Security im Sicherheittsgraben mal mit nem Surfer und mal mit einer Fotografin. Trotz der angespannten Lage bei Großveranstaltungen, ist das Sicherheitspersonal freundlich, und die Besucher zeigten Verständnis für intensivere Sicherheitskontrollen. Die Preise für Essen und Getränke sind verträglich, aber die Händlermeile machte einen etwas übersichtlicheren Eindruck als in den Vorjahren. Aber gut, man fährt ja nicht zum Shoppen nach Ballenstedt, sondern um Metal zu zelebrieren.

STAHLMANN - ROA 2017

Das ROA bietet für 10,- € die Möglich der Voranreise am Dienstag, von der viele Gebrauch machten, so das sich zum einen der Anreisestau auf zwei Tage verteilte, und zum anderen die Bands der AFMlabelnight am Mittwoch schon vor einer beachtlichen Kulisse aufspielen konnten.

Es ist jedes Jahr ein skurriles Bild, wie nach Einlassbeginn das Festivalvolk zum Sturm auf den Merchendisestand startet, um im Sprint eine gute Ausgangsposition zu haben,
und dann eines der begehrten (oder limitierten?) ROCKHARZ Jahresshirts zu ergattern.

Mit STAHLMANN, Serious Black, Orden Ogan und 3 weiteren Bands eröffnete ROCKHARZ 2017 am Mittwoch schon mit einem Programm,
dass die Festivalgemeinde bereits auf Betriebstemperatur brachte, und die Erwartung an die folgenden drei Tage hochschraubte.

Der Donnerstag startet bereits mit der ersten Entdeckung des Festivals.


INFECTED RAIN aus Moldavien schaffte es mit Frontfrau Lena, dem lang schlafenden Metalhead im Campground den Kater aus dem Körper zu hämmern. Lena gelingt es spielend die hohen Töne sauber zu intonieren um dann im nächsten Moment ansatzlos in die Growlstimme zu wechseln. Die Songs sind eingängig strukturiert und haben einen hohen Wiedererkennungswert.



INFECTED RAIN - ROA 2017
APRON - ROA 2017

INFECTED RAIN wird im umkämpften Markt der härteren Frontfrauen mächtig gewaltig mitmischen.



So geweckt ging es mit APRON auf den Ponyhof.
Mit Luftballons wurde das Festival-zum Partyvolk, und feierte mit den Jungs um Till Herence eine farbenfrohe und textsichere ROAparty. The New Black, Nachtblut und Wolfheart übergaben den Staffelstab an die Powermetaller von Civil War. Alleine diese vier Bands sind ein Beispiel dafür, dass die ROCKHARZplaner es jedes Jahr schaffen die Vielfalt der Szene abzubilden. So ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.


Schön ist auch immer zu beobachten wie sich die Fans kleine Choreografien für Ihre Helden ausdenken. Hier eine Episode vorm HAGGARD Auftritt.

Da die Symphonicmetaller immer den perfekten Ton bei jedem Gig für Ihr fulminantes Klangkunstwerk präsentieren möchten, dauert ein Einregeln der einzelnen Stimmen und Instrumente manchmal auch einen Moment länger.

 

HAGGARD - ROA 2017





Diese Zeit vertrieb sich eine Gruppe HAGGARDfans mit der Darstellung des Soundchecks auf Ihre Art und Weise.

Während Asis Nasseri mit dem Tontechniker am perfekten Sound schraubte, wurden im Publikum verschieden farbige Partytröten gestimmt. „Die rote Tröte mehr, mehr.. die blaue etwas weniger! Gelb und grün jetzt zusammen, mehr auf mich…“ Als alles auf der Bühne passte kam dann nur noch ein lautes „Mehr aufs Publikum, mehr aufs Publikum“ und alle Tröten klangen bunt. Dann lieferten HAGGARD wiedermal den Beweis dafür, dass sich Streicher, Klassischer Gesang und Metal nicht einander ausschließen müssen.


 





Lacuna Coil - ROA 2017

Lacuna Coil und Arch Enemy lieferten dem geneigten Zuhörer nicht nur Metal der Extraklasse, sondern boten auch was fürs Auge. Die Energie geladenen Frontfrauen lassen diese Gigs immer zu einem Höhepunkt werden.





Nach Kadaver und In Extremo, die gewohnt professionell, die riesige Fangemeinde zum Mitsingen Ihrer Texte animierte, erwartete man die „späteren“ Bands. Dudelsäcke und Pyro bildeten den passenden Rahmen.






Arch Enemy - ROA 2017


Den Late Night Part übernahmen einmal mehr Fiddlers Green. Circlepit und (Devils)Wall of Death sind bereits berühmt fürs ROA wenn die Fiddlers zur Quetschkommode und Fiedel greifen. Ein Fiddlers Green Konzert garantiert immer Spaß, tanzen und gaaanz viel Bewegung. Das funktioniert auch hier zu fort geschrittener Stunde.


Übrigens waren mit der Mr. Hurleys Pulveraffen – Kostümparty am Freitag und Feuerschwanz am Samstag die Spätvorstellungen sehr gut gewählt, und jeder Festivaltag endete mit einer großen Party.

Fiddlers Green - ROA 2017
Vlad in Tears - ROA 2017


Freitag eröffneten Vlad In Tears.
Die Berliner legten in den letzten Jahren einen kometenhaften Aufstieg hin und haben sich in der Szene fest etabliert.



Kambrium - ROA 2017






Danach kam es bei Kambrium zum Damenunterwäschewurf Richtung Bühne. Ob das nun am Epic Death Metal der Band, dem Outfit der Herren oder an der Sonne lag, hat sich dem Schreiber leider nicht erschlossen. Auf jeden Fall war die Fangemeinde von Kambrium ziemlich groß, und die Schlange bei der nachmittäglichen Autogrammstunde doch sehr beachtlich.



Auch handgemachter Rock wie ihn Ohrenfeindt perfekt auf die Bretter legen kam beim Festivalpublikum gut an.

OHRENFEINDT - ROA 2017

 

VARG - ROA 2017




Die Wölfe von VARG und MONO INC. ließen bei Ihren riesigen Fangemeinden keine Wünsche offen. Die Monosongs wurden textsicher und laut mitgesungen und das Wolfsrudel versammelte sich zahlreich vor der Bühne um gemeinsam auf die musikalische „Jagd“ zu gehen.


BEYOND THE BLACK - ROA 2017

Eine klare Frauenstimme mit einem wuchtigen Soundteppich ließen aufhorchen. Bämm und die zweite Überraschung war gelungen. Beyond the Black aus Mannheim boten eine satte, ausgereifte und klare Show. Sicher wird man den überzeugten Black Metaller mit diesem Sound weniger ansprechen. Für mich aber war das einer der perfektesten Auftritte an diesem Tag.

Grave Digger - ROA 2017

Höhepunkt des Abends waren ICED EARTH und Heaven Shell Burn. Beide Bands wurden dem Anspruch des TagesHeadliners gerecht und begeisterten die Fans mit professionellen Shows.

Mit Dawn of Disease begann der Final Countdown des ROA ‘’17. Am Samstagmorgen warfen die Hauptakteure des Tages Ihre Schatten voraus.






Die Hard Rock Schwergewichte von Grave Digger und Blind Guardian ließen sich Ihre Fans von Bands wie Deserted Fear, ASPHYX, Moonspell, Insomnium und Korpiklaani über den gesamten Tag gezielt vorbereiten. Auch an diesem Tag bewies man, das Abwechslung hier im Ostharz gewollt ist.




Mit Serum 114, Dark Trankquillity, Feuerschwanz und Alcest hatte das Publikum nochmal die Chance alle Genres der lauten Gitarrenmusik zu genießen und/oder die eine/oder andere Neuentdeckung für sich kennenzulernen. So erging es mir mit The Vintage Caravan. Die sympatische Band aus Island performen Classic und Blues Rock der etwas härteren Gangart. „Vintage“ steht hier aber auf keinen Fall für angestaubt. Im Gegenteil, die Nordmänner um Óskar Logi sind mit Spaß bei der Sache und verstehen Ihr Handwerk.

Beim Auftritt von Grave Digger sang sich das Festivalvolk schon mal warm. Die Festival-„Rebellion“ hatte begonnen und ließ erahnen wie der Samstag und das Festival enden sollte. Stimmgewaltig wurde der Song aus tausenden Kehlen intoniert.

ELUVEITIE - ROA 2017




Die Schweizer Band ELUVEITIE (übrigens das „U“ soll wohl unbetont sein) läutete dann das große Finale ein. Die Folk Metaller bedienen aber nicht das Klischee der Endschleunigung. Seit Jahren entwickelt sich die Band kontinuierlich weiter. Die Mischung aus Folkinstrumenten und der klassischer Metalformation, machen den typischen ELUsound zu einem unverwechselbaren Hörerlebnis.




Wenn die Clans bei Grave Digger ins Feld gesandt wurden, so trafen die tapferen Helden jetzt „far from home“ auf die Blind Guardian aber sie wussten „you’re not alone“.

Blind Guardian - ROA 2017

Ein würdiger Abschluß eines abwechslungsreichen, sehr gut organisierten Metalfestivals. Der Veranstalter bedankte sich vorm Auftritt der Guardians bei seinen Mitstreitern und den Fans. Mit einem Ausblick auf das 25. ROCKHARZ 2018 fand dann das ROA seinen Abschluss. Getreu dem Motto der frühe Vogel… startete bereits der Vorverkauf fürs nächste Jahr. Wie eingangs bereits erwähnt, ist ROCKHARZ kein Geheimtipp mehr. Wer nicht kommt hat definitiv was verpasst. Wir sehen uns 2018 an der Devils Wall. Und nicht vergessen: let’s rock and party on!

RUNNING ORDER
Mittwoch, 5. Juli
Kryptos, Bloodbound, Serious Black, STAHLMANN, Orden Ogan, Dirk Schneider

Donnerstag, 6. Juli
Infected Rain, APRON, The New Black, Nachtblut, Wolfheart, CIVIL WAR, Mantar, RAGE, Death Angel, HAGGARD, Lacuna Coil, Kadavar, Arch Enemy, In Extremo, Fiddlers Green

Freitag, 7. Juli
Vlad In Tears, Kambrium, Cypecore, Ewigheim, Firkin, OHRENFEINDT, Unzucht, OST+Front, VARG, Lord of the Lost, Beyond the Black, PAIN, MONO INC., ICED EARTH, Heaven Shell Burn, Belphegor, Mr. Hurley & die Pulveraffen

Samstag, 8. Juli
Dawn of Disease, Deserted Fear, Dew-Scented, TANK, the Vintage Caravan, Mr. Irish Bastard, SERUM 114, ASPHYX,, Moonspell, INSOMNIUM, Grave Digger, Korpiklaani, Dark Tranquillity, ELUVEITIE, Blind Guardian, Feuerschwanz, Alcest


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Out of Line WEEKENDER

Berlin Friedrichshain
Vom 31. März bis 02. April lud Out of Line die schwarze Gemeinde ins Astra Kulturhaus zum WEEKENDER 2017. Von A wie Amduscia bis X wie Xandria wurden bei diesem Indoorfestival gleich mehrere Genres der „lauten“ Musik bedient.

Wenn man wie ich die Entwicklung der Musik nun schon fast 40 Jahre erleben darf, und sich an New Wave, Gruft, Punkrock, Electronics und Ska der 80er Jahre sowie NDH, Industrial, Techno, Hardrock der 90er bis zum Alternativ, Heavy- und Symphonicmetal, sowie EBM und Gothic dieses Jahrtausends erinnert, kann man den Machern des Weekenders nur Tribut zollen.





Es gibt sicher nicht viele Veranstaltungen die den Sound von zwei Jahrtausenden vereinen. Als alter Friedrichshainer war ich das letzte mal in dieser Location, als diese noch das Kulturhaus des RAW “Franz Stenzer“ war. Kultur gab es hier schon zu DDR Zeiten. Da das Wochenende für mich der erste intensivere Kontakt mit diesem Genre der härteren ElectronicMusic war, war ich sehr gespannt.


Out of Line Bands wie OstFront, Blutengel und NightLaser waren mir natürlich bekannt, umso mehr interessierte mich die angekündigte Mischung des Line Ups. Der Opener mit Tomas Tulpe schaffte es mit seinem Hardcore Partysound die Massen ohne Probleme zum Abfeiern und Mitsingen zu animieren. Interessant war, das Umbaupausen für elektronische Musik genauso lange dauern, wie bei Bands mit akustisch, realen Instrumenten.



Vorteil man kann sich entspannt in der Pause Essen und Trinken widmen, ohne den nächsten Act zu verpassen. Am Freitag und Samstag füllte sich der Saal zügig, so dass dann zu den Headlinern Hocico (Sa) und Dirk Ivens (Fr) das Publikum von Heimaterde, Rummelsnuff, Chrom, Cephalgy uvm. bereits auf Betriebstemperatur gebracht wurde.


Für mich, als bekennender Freund der härteren Rock- und Metalgemeinde, war es schon ein tolles Bild, wie die, aus allen Bundesländern angereisten, EBM-Jünger Ihre Idole textsicher feierten. Überraschung der zwei ersten Tage waren für mich die TemplerRocker von HEIMATAERDE.


Schade nur, dass die Kollegen am Pult teilweise den GAINregler so hochgezogen haben und oftmals Rot die hellste Bühnenausleuchtung war, was das Fotografieren und Zuhören (trotz Hörschutz) nicht erleichterte.


Wenn wir schon bei kleinen Mängeln sind, die Verpflegungspreise, trotz super Qualität, waren für meine Begriffe einen Tick zu teuer. Am Sonntag kam es dann mit dem Metalday zum Showdown des Weekender 2017.


Eröffnet wurde der Tag durch Aeverium. Die Band aus NRW legte gut los und lies die anwesenden Headbanger schon mal Ihre Nackenmuskeln dehnen.

Gefolgt von Erdling und Unzucht, baten dann die Mannen um Dianne van Giersberg, das geneigte Publikum ins Theatre of Dimensions und stellten neben den Hits auch Ihr 2017er Album vor.



Wenn das Publikum den Mittelfinger in die Höhe streckt und vereint „Leck Mich“ in Richtung Bühne brüllt,
dann können nur die Flecken von HÄMATOM in der Hauptstadt sein.

Mit Ihrem aktuellen Album „Wir sind Gott“ beackern die vier Himmelsrichtungen in gewohnter Weise die Fragen der Zeit. In Berlin wurde das MarteriaCover –
 „2 Finger an den Kopf“ neben „Leck Mich“ lautstark mit gesungen. Da die Oberfranken eine große Freakgemeinde haben, war auch Berlin fast ein Heimspiel.

Den krönenden Abschluss fand der Weekender dann mit dem Auftritt von DELAIN. Delain ist eine der Bands die vom ersten bis zum letzten Song Freude am Musizieren haben und so auch auf der Bühne interagieren.

Im Duett mit Marco Hietala (Nightwish) bewies Carlotte Wessels, das Delain mittlerweile im Oberhaus der Symphonic Metalszene angekommen ist. Kleiner Wermutstropfen, war das der Sonntag nicht mehr so gut besucht war wie die Vortage.
Fazit: Daumen hoch für die Macher des Weekender von Out of Line. Gutes LineUp, was man eventuell mal mutiger mischen sollte! Coole Location und angemessene Ticketpreise. Man darf sich schon auf den Weekender 2018 freuen.

                                                                                           © words & pics by NEBerlin.de